GI-Workshop: "Im Spannungsfeld zwischen Tool-Building und Forschung auf Augenhöhe – Informatik und die Digital Humanities"

Call for Papers

Die weitreichenden Effekte der Digitalisierung haben längst auch die Geisteswissenschaften erreicht und wirken sich auf alle Aspekte des Forschungs- und Lehrbetriebs aus. Vor dem Hintergrund zunehmend elektronisch verfügbarer Korpora und Archivdaten sowie genuin digitaler Kulturobjekte (bspw. Internetsprache oder Computerspiele), werden auch in diesen Disziplinen immer häufiger digitale Tools und Methoden verwendet. Aus Perspektive der Informatik liefern die digitalen Geisteswissenschaften (Digital Humanities) spannende neue Herausforderungen und Betätigungsfelder: Einerseits zeichnen sich geisteswissenschaftliche Daten und Forschungsgegenstände durch starke Heterogenität und Ambiguität aus, die nicht ohne Weiteres digital modelliert und damit computergestützten Analysen zugänglich gemacht werden können. Andererseits haben die Geisteswissenschaften zumeist keine ausgeprägte Tradition hinsichtlich der quantitativ-empirischen Analyse großer Datenmengen, sondern kennzeichnen sich eher durch qualitativ-ideographische Ansätze, im Sinne des hermeneutischen Zirkels.

Der Informatik kommt dabei die wichtige Funktion zu, die Digital Humanities mit adäquaten Methoden, Tools und Modellierungskonzepten zu unterstützen. Das ist prinzipiell nichts Neues, bedenkt man eine vergleichbare Rolle der Informatik in den Natur- und Lebenswissenschaften (vgl. etwa die Bioinformatik und die Medizininformatik). Im Falle der Geisteswissenschaften ergeben sich aber aufgrund der eingangs genannten Rahmenbedingungen ganz neue Herausforderungen für die Informatik.

Ziel des Workshops ist es im Sinne der neu gegründeten GI-Fachgruppe "Informatik und die Digital Humanities" (https://infdh.gi.de/) anhand konkreter Projektbeispiele und Fallstudien zu diskutieren, wo und wie sich die Informatik im rasch wachsenden Feld der Digital Humanities mit Modellierungskonzepten, Algorithmen und Tools einbringen kann. Darüber hinaus soll erörtert werden, welche genuin informatischen Fragestellungen die Digital Humanities mit sich bringen und wie durch die Geisteswissenschaften auch Methoden und Denkmuster der Informatik erweitert werden können. Für den Workshop laden wir Beiträge aus dem gesamten Spektrum der Digital Humanities ein, bei denen ein innovatives, informatisches Konzept im Mittelpunkt steht oder geisteswissenschaftliche Spezialanforderungen an vermeintliche IT-Standardlösungen deutlich werden.

Der Workshop findet am 25. September 2018 ganztägig am Exzellenzcluster "Interdisziplinäres Labor Bild Wissen Gestaltung" (https://www.interdisciplinary-laboratory.hu-berlin.de/) an der Humboldt Universität zu Berlin statt. Weitere Details zur Raum- und Zeitplanung finden Sie in Kürze auf der Workshop-Website. Die Veranstaltung ist Teil des "Informatikfestivals" (https://informatik2018.gi.de/informatikfestival/), welches im Rahmen der am 26./27. September 2018 in Berlin stattfindenden Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik e.V. organisiert wird.

 

Beitragsformen

Beiträge können im PDF-Format als Langbeiträge (acht Seiten) oder Kurzbeiträge (vier Seiten) inklusive Abbildungen und Literaturverzeichnis eingereicht werden. Beiträge können in deutscher und englischer Sprache verfasst werden. Sie werden von mindestens zwei unabhängigen Gutachtern des Programmkomitees anonym bewertet; der Beitrag sollte bei der Einreichung entsprechend anonymisiert werden. Nach dem Peer Review-Prozess werden die angenommenen Beiträge im Open Access (mit eigener DOI) über die Digital Library der Gesellschaft für Informatik (https://dl.gi.de/) publiziert. Es wird erwartet, dass sich mindestens ein Autor oder eine Autorin jedes akzeptierten Beitrags offiziell für den Workshop anmeldet. Alle angenommenen Beiträge werden während des Workshops im Rahmen einer gemeinsamen Postersession präsentiert und mit den Workshopteilnehmer_innen diskutiert. In einem vorausgehenden Poster-Slam werden alle Beiträge in Kurzform präsentiert. Darüber hinaus werden ausgewählte Beiträge, die besonders dazu geeignet sind eine gemeinsame Diskussion zum Workshopthema anzustoßen, während des Workshops als eigener Vortrag präsentiert. 


Organisation

Der Workshop wird von der GI-Fachgruppe "Informatik und die Digital Humanities" organisiert, für die Teilnahme am Workshop ist eine Mitgliedschaft in der Fachgruppe aber nicht notwendig. Bitte kontaktieren Sie bei Fragen:

 

Autorenhinweise / Templates

 

Einreichung

 

Termine

  • Deadline für Einreichungen: 8.7.2018
  • Benachrichtigung über Annahme / Ablehnung: 29.7.2018
  • Frist für finale Beitragsfassungen: 26.8.2018
  • Workshoptermin: 25.9.2018